Presseberichte zu "Bash - Stücke der letzten Tage ":
Frankfurter Neue Presse, 14. Januar 2012:
„Drei Mörder halten sich für gute Menschen“
Regina Busch von der "Daedalus Company" inszenierte im Gallus-Theater Frankfurt Neil LaButes drei Einakter "Bash – Stücke der letzten Tage".Von Marcus Hladek
Wer ist ein Mörder? Wer das Aussehen, den Habitus und das Selbstgefühl hat, einer zu sein – oder jeder, der mordet? Die drei Mörder in "Bash: Latter Day Plays" fühlen sich nicht als solche. Sie sehen sich als gute Leute. In ihrer Umwelt ist man eben gut und aufrecht. Nur ist jedem was "Komisches" passiert, und davon müssen sie nun zwanghaft reden: auf Partys, vor Wildfremden. Denn zwischen Selbstbild und Ahnung des Bösen, das sie getan haben, klafft eine tiefe Kluft.
reinMein – Die überlokale Zeitschrift, 16. Januar 2012:
„Bash - Stücke über den Alltag und das Töten“
Wer es schafft, eine Stunde und 50 Minuten ohne Pause auf einem Stuhl zu sitzen, wird mit drei herausfordernden Erzählungen belohnt, herausfordernd für SchauspielerInnen und ZuschauerInnen gleichermaßen. Apropos Stuhl. Ein Sessel, eine Bank, ein Stuhl - das ist auch schon das ganze Bühnenbild. Der Schatten der jeweils berichtenden Person bleibt zumindest so lange an die Wand projiziert, solange die Wahrheit nicht im Raume steht, zumindest die subjektive Sicht der Protagonistinnen und Protagonisten auf sie. Sie haben getötet und die Begründungen ihrer Taten sind so zu Recht gerückt, dass sie eben noch von den Tätern und der Täterin selbst ausgehalten werden können. „Wir haben schon so viel falsch gemacht, dass sich das Falsche ganz in Ordnung anfühlt“, wobei sich das Wir auf alle Mitbürgerinnen und Mitbürger bezieht. „Die Sterblichen, sie sind schuld.“ Drei tragische Geschichten, jede Menge Legitimierungsversuche, das Hoffen auf Verständnis und tatsächlich packt es die Zuhörenden an der einen oder anderen Stelle, die Täter und die Täterin als Opfer zu sehen. „Vielleicht ist es ja doch nicht unsere Schuld. Ich meine, wir sind schließlich nur Menschen, nicht?“
