Neil LaBute
( *1963, Detroit)
„Neil LaBute ist der Gegenwartsdramatiker überhaupt“, urteilt Detlev Baur in der Deutschen Bühne (3/03) und ist einer der erfolgreichen und vielgespielten ausländischen Autoren auf deutschen Bühnen. Sein Stück „bash - stücke der letzten tage“ wurde 2001 in der Kritikerumfrage von Theater heute zum besten ausländischen Stück des Jahres gewählt, unter der Regie von Peter Zadek am 06.05. 2001 an den Hamburger Kammerspielen zur Deutschen Erstaufführung gebracht und gehört seitdem zum Repertoire vieler Theater in Deutschland.
Es gehört zu LaButes Stärken als Theaterautor, aus Geplauder und belanglos daher kommenden Unterhaltungsfloskeln eine dramaturgisch spannungsreiche und ins Detail hinein geplante Handlung zu entwickeln. Seine Stücke sind Auseinandersetzung mit der Scheinheiligkeit einer Gesellschaft, die die Doppelbödigkeit ihrer moralischen Werte und die Klischeehaftigkeit ihrer Gefühle nicht mehr sieht und zeigt, dass wir uns am Rand eines Abgrunds bewegen, vor dem wir uns fürchten sollten. Für seine sarkastischen Bühnen- und Filmwerke wurde er von amerikanischen Journalisten zum "angriest white male" gekürt und im ‚New Yorker’ als "der beste neue Dramatiker, den das letzte Jahrzehnt hervorgebracht hat" gefeiert.
LaBute wurde 1963 in Detroit geboren. Nach dem Abschluss der Highschool erhielt er ein Stipendium für die Brigham Young University, einem Mormonen-College in Provo, Utah. Er wurde während seines Studiums Mitglied der Kirche der Mormonen. Später studierte er Film- und Theaterwissenschaft an der University of Kansas und New York, wo er auch das Sundance Institute`s Playwright`s Lab besuchte.
