Macbeth

William Shakespeare

Macbeth verteidigt siegreich Duncans Schottischen Thron und kehrt umjubelt in seine Heimat  zurück. Dort erfährt er in einer Prophezeiung der Magischen Drei, dass er inzwischen Than von Cawdor und darüber hinaus auserkoren ist, König Duncan auf den Thron zu folgen. Duncan lässt Macbeth zu sich holen, um ihn für seine Heldentaten zu ehren. Erwartungsvoll erscheint er vor seinem König, um dann erfahren zu müssen, dass Duncan seinen ältesten Sohn Malcolm zum Nachfolger ernennt. Gedemütigt beschließt Macbeth, sein Recht auf den Schottischen Thron einzulösen und schreckt nicht davor zurück, seine Widersacher auszulöschen. Damit nimmt der blutige Weg Macbeths seinen Lauf.

Im Zeitalter der Medien kommt der virtuellen Welt des Internets in Bezug auf Machterringung und seinem Erhalt eine zentrale Bedeutung zu. Ohne dieses Werkzeug der Informationsverbreitung wäre ein politisches Überleben nicht möglich. In unserem Konzept wird auch Macbeth von seiner Machtzentrale aus die Geschicke via Internet lenken. Macbeth steht für die Gier nach Macht und die Unfähigkeit sich zu begrenzen. Hierfür würde er sich heute anderer Mittel als zur Entstehungszeit des nach ihm benannten Renaissancestückes bedienen. Notebook, Smartphone und Internet ersetzen Schwerter und Messer.

Ensemble

Macbeth
Lady Macbeth
Hacker
Banquo

Christoph Stein
Julia Breckheimer
Thomas Kellner
Jan Schuba

Regie
Ausstattung
Licht
Sound
Video
Video-Ton
Ausstattungsmitarbeit / Produktion
Dramaturgische Mitarbeit 
Regieassistenz
PR

Regina Busch
Nina Zoller
Jan Hartmann / Christian Hinse
Niels Lanz
Denis Carbone, Andreas Thürck, Josef Akebrand
Frank Marheineke
Claudia Kamb
Caroline Pretot
Denise Marhauser, Mona Nemec
Christiane Köppe

William Shakespeare und „Macbeth"

Shakespeare wurde 1564 in Stratford-Upon-Avon, Warwickshire als Drittes von acht Kindern geboren und starb 1616 im Alter von 52 Jahren in seiner Heimatstadt.

Das erste Dokument, das Shakespeares Anwesenheit in London belegt, ist 1592 von Robert Greene. Anfang der 1590er war Shakespeare bereits als Schauspieler Mitglied der Truppe Lord Strange's Men, die sich ab 1594 Lord Chamberlain's Men nannte. Sie war eine der führenden Schauspielgruppen des Elisabethanischen Theaters in London. Kurz nach seiner Thronbesteigung 1603 machte Jakob I. sie als King's Men zu seiner persönlichen Theatertruppe. 1599 wurde Shakespeare einer der Teilhaber des berühmten und gerade neu erbauten Globe Theatre, für das er fortan seine Stücke schrieb.

„Macbeth" wurde wahrscheinlich 1606 unter dem Eindruck der Pulververschwörung und dem damit verbundenen Thema des Königsmords geschrieben. Pulververschwörung deshalb, weil Guy Fawkes im Namen des Katholizismus versuchte, das Londoner Parlament in die Luft zu sprengen, um damit auch die Monarchie zu stürzen. Shakespeare verarbeitete in seiner Tragödie „Macbeth" geschichtliche Fakten über den historischen Schottischen König Macbeth (regierte 1040 – 1057), schottisch-gälisch Mac Bethad mac Findlàich und den König Jakob I. (regierte 1603 – 1625) von England, der auch gleichzeitig Jakob VI von Schottland war.

Die erste schriftliche Erwähnung einer Aufführung von Macbeth findet sich bei Simon Forman, der von einer Vorstellung im April 1611 im Globe Theatre berichtet. Unklar ist, ob und, wenn ja, wann das Stück bereits vorher aufgeführt worden war. Die erste Druckausgabe von Macbeth erfolgte 1623, sieben Jahre nach dem Tod des Dichters, in Shakespeares Folio; alle späteren Texte und Bearbeitungen bezogen sich auf diese Version.

Das Projekt wurde gefördert von:

Fotos aus der Aufführung

In der Presse

(aus rechtlichen Gründen immer nur ausschnittweise)

Strandgut, August 2011

Hacker setzt Impulse
Gallus Theater: Daedalus Company spielt »Macbeth«

Seitean Seite, leicht gebeugt, den Blick nach unten. Wie Florian Hütter und dieJungs von Kraftwerk stehen sie da: die auf ihre Monitore lugenden Techniker inder obersten Reihe der Sitztribüne. Aber auch vor uns, seitlich derParkettbühne sitzt einer mit stierem Blick in den flimmernden Laptop. WilliamShakespeares »Macbeth«, so viel wird schon beim Eintritt klar, ist nicht nur imGallus Theater, sondern auch im Hier und Heute angekommen.

Und das ist typisch für die Daedalus Company von und um Regine Busch. Imvergangenen Herbst hat die Regisseurin das Jenseits in Sartresexpressionistischem Stück »Geschlossene Gesellschaft« plausibel als Fortsetzungdes Überwachungsstaats inszeniert. Nun wird die Geschichte des tapferenschottischen Kriegers Macbeth, der über eine Weissagung zum blutrünstigenTyrannen mutiert und den Verstand verliert, zu einem Computerspiel. Eingelungenes Unterfangen, zu dem das klare und konzentrierte Spiel des Ensemblesnicht weniger beiträgt wie die punktgenaue Arbeit der Jungs von hinten an denTasten.

Frankfurter Rundschau, 6. Juni 2011

Macbeth

„Die Frankfurter Daedalus Company und ihre Regisseurin Regina Busch haben Shakespeares Drama um den schottischen König in die Gegenwart übertragen, Macbeth kommuniziert per SMS oder Skype und wird in seinem Wahn nicht von Hexen, sondern von einem Hacker verfolgt....Der Hacker ist der Strippenzieher. Thomas Kellner verkörpert ihn mit diabolischer Freude."

Von Marie-Sophie Adeoso

www.fr-online.de

Frankfurter Neue Presse, Juni 2011

„Hexen sind heute Computer-Hacker“

Die "Daedalus Company" verfrachtet das Stück nahtlos ins 21. Jahrhundert. Zu Machterringung und Erhalt nutzt Macbeth hier virtuos Smartphone, Notebook und Internet. Unter der Regie von Regina Busch zeigen Christoph Stein als Macbeth, Julia Breckheimer als Lady Macbeth, Thomas Kellner (Hacker) und Jan Schuba
(Banquo) ein experimentelles Theater, das gewagt Shakespeare modernisiert, aber nicht völlig umkrempelt.Auch wenn die Hexen in dieser Fassung als Computer-Hacker in Erscheinung treten. (jsc)
Artikel vom 04. Juni 2011, 03.21 Uhr (letzte Änderung 04. Juni 2011, 05.01 Uhr)

www.genios-presse.de/artikel,FNP,20110604,hexen-sind-heute-computer-hacker,1518D42C2695CB1F3000.html